Karasura V: Spätantike und mittelalterliche Kleinfunde aus Karasura (Bulgarien)

von: Kristina N. Rauh
in Vorbereitung

Der Fundort Karasura befindet sich nordöstlich der Stadt Čirpan in Südbulgarien. Er weist eine lange Siedlungsgeschichte auf. Mit ihr verbunden sind die zahlreichen Kleinfunde, die während der Jahre 1981 bis 1997 bei den Ausgrabungen zutage gekommen sind. In diesem Band werden Funde aus allen Bereichen des Alltags des 3. bis 13. Jhs. vorgestellt. Ausgenommen wurden die Gefäßkeramik und die schon im Band II der Reihe publizierten Münzfunde. In dieser Zeit existierten am Fundort die spätantike mutatio und Festung Karasura sowie ihre nachfolgenden mittelalterlichen Siedlungen mit den zugehörigen Nekropolen.

Im Text und im Katalog wurden die Funde nach ihrer Funktion zu 92 Gruppen zusammengefasst, die bestimmte Bereiche des Alltags wie Landwirtschaft, Viehzucht und Fischfang, Handwerk, Handel, Instrumente und Gegenstände des täglichen Bedarfs, Schrift und Buch, Spiel und Musik, Waffen und militärische Ausrüstung, Reiterausrüstung, Kleidungszubehör und Schmuck kennzeichnen. Die Funde werden in Bezug auf ihre Form, Herstellung, Nutzung, Verbreitung und Datierung analysiert.

Durch die Auswertung der Kleinfunde konnte der chronologische Rahmen der spätantiken und frühbyzantinischen Bauperioden am Fundort weiter präzisiert werden. Außerdem konnten Beobachtungen zur Herstellung und Funktion der Fundgegenstände dargelegt und ihre Verbreitung umrissen werden. Für ausgewählte Fundgruppen, vor allem diejenigen mit zahlreichen Exemplaren, gelang zudem noch die Aufstellung einer Typologie.

Die Analyse der Kleinfunde aus Karasura vom 3. bis zur Mitte des 13. Jhs. leistet nicht nur einen Beitrag zur Erforschung der Siedlungsgeschichte und des Alltags am Fundplatz. Sie erbrachte zudem Erkenntnisse, die für die Erforschung der spätantiken und byzantinischen bzw. mittelalterlichen Kleinfunde an sich von Relevanz sind und den kulturellen Austausch zwischen Byzanz und seinen Nachbarn reflektieren.