projekteGrabungen und Survey in Georgien

Grabung online: robertin.altertum.uni-halle.de/georgien/index.html

Gefördert vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Berlin, fanden in Zusammenarbeit mit georgischen Wissenschaftlern im Rahmen der »Kachetischen Expedition« ab 1994 jährlich Grabungen und Surveys in Ostgeorgien statt.

Bereits seit 1991 untersuchte die georgisch-deutsche Expedition des Institutes für orientalische Archäologie und Kunst in Zusammenarbeit mit der georgischen Akademie der Wissenschaften bronzezeitliche Kurgane nördlich des Dorfes Anaga sowie in der Nähe des Dorfes Ananauri auf dem linken Ufer des Flusses Alasani

Die ab 1994 stattfindenden Grabungen des Institutes für Klassische Archäologie in den Fundorten Ciskaraant Gora und Noname Gora konnten belegen, daß bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. eine eigenständige Architektur aus Lehmziegeln verwirklicht wurde. Die neue Technick ermöglichte eine außerordentliche Grundriss-Vielfalt mit Häusern aus festem Stampflehmmauerwerk von beachtlichen Ausmaßen. Die Grabungen zeigen, daß Ostgeorgien, Westaserbaidschan und Nordarmenien in dieser Periode von einer seßhaften, wohletablierten und zumindest kleinräumig gut organisierten, bäuerlichen Kultur geprägt waren.

Diese wurde offensichtlich durch mehrere Angriffswellen von Reiternomaden ausgelöscht.  Die entdeckten Kleinfunde und Untersuchungen von Pollenproben zur Ermittlung absoluter Radiokarbondaten belegen, dass diese Brandschatzungen vom späten 8. bis ins erste Drittel des 7. Jahrhunderts v. Chr. zu datieren sind.  Eine der Hauptursachen dieser nomadischen Übergriffe dürften die durchdringenden klimatischen Veränderungen darstellen, die für diesen Zeitraum belegt sind.

Hauptziele des Forschungsprojektes waren es, die innere Struktur des Kulturraumes abzugrenzen, die Beziehungen zu den Nachbarvölkern, insbesondere der urartäischen Hochkultur zu erfassen und die Folgen der nomadischen Invasion umfassender zu begreifen.

In Gumbati konnte schließlich der erste Lehmziegelgroßbau Georgiens, ein Palast achämenidischer Zeit (5. Jahrhundert v. Chr.), entdeckt werden. Der repräsentative Bau erfüllte öffentliche Funktionen und diente zugleich als Privatresidenz eines in achämenidischen Diensten stehenden Lokaldynasten.  Er stellt ein eindrucksvolles Zeugnis achämenidischer Herrschaft in Transkaukasien dar und ermöglicht, völlig neue Erkenntnisse zum Fortleben des persischen Kultursubstrates im kaukasischen Bereich zu gewinnen.

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