Die Grabsteine der römischen Provinz Thracia: Aufnahme, Verarbeitung und Weitergabe überregionaler Ausdrucksmittel am Beispiel der Grabsteine einer Binnenprovinz zwischen Ost und West

von: Anja Slawisch (Langenweißbach 2007)
208 Seiten, 45 Tafeln, 79,00 € (Preis für ZAKS-Mitglieder 58,45 €)

Band 9 der ZAKS-Schriftenreihe » bestellen «

Mit diesem Band legt die Autorin eine Gesamtschau der aus der römischen Provinz Thracia überlieferten Grabstelen, Grabreliefs und Grabaltäre vor. Diese Provinz wurde in den Jahren 45/46 nband_09_img. Chr. eingerichtet und liegt heute auf dem Gebiet von vier modernen Staaten. Sie umfasst Südbulgarien, die europäische Türkei, Teile des nördlichen Griechenland sowie ein kleines Gebiet des heutigen Makedonien. Zu Thracia gehörten außerdem die griechischen Inseln Thasos und Samothrake sowie die heute türkischen Inseln Imbros und Prokonnesos.

Mit dieser Untersuchung werden nun zum ersten Mal die entsprechenden Grabsteine über die genannten modernen Ländergrenzen hinweg behandelt. Besonderer Wert wird hierbei auf die Berücksichtigung sowohl ikonographischer als auch historisch-soziologischer Fragestellungen gelegt, um ein möglichst umfassendes Bild von den unterschiedlichen Einflüssen beispielsweise seitens der Werkstätten benachbarter, insbesondere der kleinasiatischen Werkstätten auf die verschiedenen Städte und Stadtterritorien der Provinz Thracia zu erhalten. Dazu werden die einzelnen Grabdenkmäler je nach Fundort bestimmten Regionen zugewiesen und anschließend kontextgebunden analysiert und – soweit möglich – chronologisch eingeordnet. Für die jeweils zu betrachtenden Regionen lassen sich auf diese Weise weitreichende Aussagen u. a. zu Fragen der Bevölkerungsstruktur, der Rolle des Militärs als Kulturträger oder auch der Mobilität, besonders der Verkehrs- und Handelswege, in römischer Zeit treffen.

Der separate Katalogteil enthält ausführliche Angaben zum Fundort, den Maßen, den Inschriften sowie der bisher zu den einzelnen Denkmälern erschienenen Literatur. Viele der bisher nur wenig beachteten Denkmäler werden darüber hinaus erstmals in hervorragender fotographischer Qualität abgebildet.